ÜBER OLAF SCHUBERT

„Laut der Umfrage eines großen deutschen Nachrichtenmagazins gehöre ich nicht zu den zehn erotischsten Männern Deutschlands – aber ich kann auch mit dem elften Platz gut leben.” Wer so denkt dürfte nicht viele Probleme haben.

Olaf Schubert hat auch nur eins – jedoch ein großes – die Welt an sich! Deshalb versucht er die Welt zu verändern, umzuformen. „Meinetwegen kann sie rund bleiben …” sagt er, doch abgesehen davon herrscht Handlungsbedarf.

Und tatsächlich – die Welt ist schlecht – aber zu erleben wie Olaf sich ihrer annimmt macht sie schon ein ganzes Stück erträglicher. Das ist nicht wenig und nicht wenig hat Olaf uns zu sagen. Es wäre ihm ein Leichtes zwei Stunden Mißstände anzuprangern, doch dazu fehlt ihm die Zeit.

Er muß ja auch noch singen. Lieder über Sozialabbau, Erotik und Stabhochsprung. Die Kraft seines Gesangs, potenziert durch die metaphysische Wirkung seines Rhombenpullunders, macht selbst Hartgesottene betroffen.

Wer also einen Abend erwartet mit bissig-kritischen und ironisch-sarkastischen verbalen Hochseilakten voller Tiefsinn, gespickt mit einem gnadenlos rasantem Pointenmarathon bis zum völligen Lachmatt, dargeboten von einem listig Falltüren öffnenden Wortspielphilosophen, ist bei Schubert genau falsch. Er ist alles und nichts von dem, sowie in jedem Falle anders.

Da bleibt es sich gleich wie Freund und Feind ihn nennen – Wunder im Pullunder, Vergewaltiger des Bösen, Verteiler des Richtigen, einsamer Mahner oder singende Gesichtsfünf aus Dresden. Fast alle die ihn gesehen und erlebt haben,
sagen einfach: Danke Olaf!

Wäre Olaf Schubert ein Keks, könnte man sagen, er sei mürbe.